Dürkopp Diana Treffen 2026

Vom 12.06.2026 bis zum 14.06.2026 trafen sich Dürkopp Diana Fahrer und Besitzer im schönen Saarland zum jährlichen Dürkopp Diana Treffen. Ich war das erste mal mit dabei und habe die Veranstaltung genutzt um mal wieder eine richtig lange Rollertour machen zu können.

Leider konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht direkt am Freitag anreisen, und meine Diana war auch noch nicht fertig. Das Wetter war für den Termin mit warm und trocken angesagt – warum also nicht mit der Vespa Primavera auf eigener Achse anreisen? Ein Blick in eine bekannte Karten-App legte die Distanz bei Vermeidung von Autobahnen auf rund 300 Kilometer fest und errechnete eine Fahrtzeit von ca. 5 Stunden, also einen 60-km/h-Schnitt. Sollte zu machen sein. Ich fuhr also Samstagmorgen um 7:30 Uhr in Essen los – und sollte dann etwas länger unterwegs sein ...

Durch das schöne Ruhrtal ging es als Erstes Richtung Düsseldorf, wo ich in der Regel gerne den Rhein bei Kaiserswerth mit der Fähre überquere – die hatte nur leider noch nicht den Betrieb aufgenommen. Also weiter in Richtung Düsseldorfer Süden und dort über den Rhein Richtung Neuss. Ab Neuss ging es dann auf der B477 immer Richtung Süden. Unterwegs geht mir die PV immer mal wieder aus. Ich kontrolliere die üblichen Verdächtigen und grenze den Fehler auf die Zündkerze ein. Ein Griff in das mitgeführte Ersatzteilsortiment fördert zwar eine neue Zündkerze zutage, allerdings ist deren Wärmewert für die Langstrecke etwas zu heiß. Da ich auch schon an einem bekannt großen Ersatzteilversorger für Vespa-Roller vorbeigerollert war, entschließe ich mich, entlang der Route nach einer Zweiradwerkstatt zu suchen. Der erste angefahrene Händler hat zwar eine riesige Menge an modernen Crossern im Angebot, leider aber keine passende Zündkerze. Im kleinen Ort Kommern entdecke ich eine alte Piaggio-Werkstatt und beschließe, dort mein Glück zu versuchen.

Der Händler erweist sich vor Ort als kleine Werkstatt, in der die Zweiradmobilität mit und ohne Motor für die Umgebung sichergestellt wird und auch ein gewisser Hang zum alten Blech aus Italien nicht zu übersehen ist. Rainer Schulz hat in seiner Werkstatt eine alte Vespa auf der Bühne und gerade noch ein Kinderrad in der Mache. Ich trage mein Anliegen vor und warte auf dem Hof zwischen mehreren weiteren Vespa-Schaltrollern, Piaggio-Mofas und Fahrrädern, bis er für mich Zeit hat. Nach einem anerkennenden Blick auf meine Primavera verschwindet er im Lager und kommt kurze Zeit später mit der gewünschten Zündkerze mit passendem Wärmewert zurück, die er mir in der Werkstatt überreicht. „Hast du Glück gehabt, ist die letzte – noch mit dem alten Preis.“ Wir sind schnell beim Du und ich erzähle kurz, wo ich herkomme und wo es hingeht, was ein anerkennendes Nicken erzeugt. Bevor es weitergeht, öffnet sich für mich noch eine Lagertür und ich bekomme seine ET3 zu Gesicht, die auf ihre Reparatur wartet. Eine Einladung auf einen Kaffee muss ich mit großem Bedauern ausschlagen und mache mich mit neuer Zündkerze und damit ohne weitere Zündunterbrechungen weiter nach Süden auf.

In der Eifel verliere ich mich in sanften Kurven und langen Geraden, fahre durch dichte Wälder und weite Wiesen- und Ackerlandschaften, in denen das Sommergetreide durch den Wind wie ein Meer wogt, und nehme den Wechsel vom Harzgeruch frisch geschlagener Fichten, frisch gemähtem Gras und den Düften üppiger Kräuterwiesen in mich auf.

Unterwegs überschreitet der Tacho meiner Vespa die 40.000-km-Marke und bei einem kurzen Tankstopp bekomme ich von einem Guzzi-Fahrer einen Daumen nach oben, den ich für seine sehr schöne Maschine gerne zurückgebe. Er kommt kurz rüber, während ich tanke, und stellt sich ebenfalls als leidenschaftlicher Vespa-Besitzer vor. Er fährt eine VNA, mit der es im Sommer mit weiteren Vespa-Fahrern in die Alpen gehen wird. Wir fachsimpeln noch kurz und dann bin ich wieder alleine weiter auf der Landstraße und immer auch mal wieder auf kleinen Nebenstrecken unterwegs.

Ich verlasse NRW und streife noch den Hunsrück, bevor ich nach 7 Stunden und 45 Minuten Fahrt an meinem Ziel, dem Rollertreffen, ankomme. Wie ich unterwegs bereits gesehen habe, sind die Teilnehmer mit fast allen Diana-Rollern unterwegs auf einer Ausfahrt und so sehe ich mir die verbliebenen zwei Diana-Roller an, die vor der Partyscheune auf ihre Besitzer warten. Einer von ihnen ist Hajo, der aufgrund von Zündungsproblemen die Ausfahrt nicht mit dem eigenen Roller bestreitet und als Erster wieder im Basiscamp eintrifft. Ich schaue ihm bei der weiteren Fehlereingrenzung zu und begleite ihn zu einer kurzen Testausfahrt.

Zurück kommen die weiteren Teilnehmer der Ausfahrt auch wieder in kleinen Gruppen an und der Scheunenvorplatz füllt sich mit weiteren Diana-Rollern. Auch eine wirklich schöne NSU Lambretta ist dabei und ein sehr seltenes Rolletta-Gespann. Ich betrachte mir die verschiedenen Roller, komme mit deren Besitzern ins Gespräch und bekomme auch die von mir bestellten Dämpfer für meine Diana übergeben. Alles wirklich nette Leute! Ich beschließe trotzdem, mich um 19:00 Uhr nach einem Grillteller wieder auf die Reifen in Richtung Essen zu machen, um am Sonntag nicht ganz so spät wieder bei meiner Familie zu sein.

Ich beschließe, Richtung Trier zu fahren und von dort bis Bitburg zu fahren. Unterwegs mache ich eine fatale Fehleinschätzung, was die Restreichweite meiner Tankfüllung angeht, und bleibe kurz vor Saarburg ohne Sprit im Tank liegen. Die nächste Tankstelle ist im Ort und ich habe Glück und kann einen weiten Teil der noch verbleibenden fünf Kilometer bis zur Kraftstoffausgabe bergab weiterrollen. Auf den letzten zwei Kilometern ist dann doch Schieben angesagt und ich komme recht durchgeschwitzt an der Tankstelle an.

Ein Blick auf die Uhr lässt Bitburg ohne ein weiteres Zwischentanken noch als machbar erscheinen und so buche ich mir ein Hotelzimmer auf dem Gelände eines ehemaligen Flughafens. Im Hotel treffe ich auf drei sehr bunte ältere Volvos, die mit zahlreichen Sponsoraufklebern, Zusatzlampen und viel lustigem Zubehör auf einer Langstreckenrundreise durch Europa unterwegs sind. Die Crew besteht aus gut gelaunten Niederländern, von denen ich in einem kurzen Gespräch erfahre, dass sie gerade aus den Pyrenäen kommen, bisher rund 40.000 km abgespult haben und jetzt erst mal in der Hotelbar ein Getränk nehmen wollen. Hört sich nach einem guten Plan an, ich entscheide mich aber für mein Bett, da ich wirklich müde bin und morgen gerne früh und ausgeruht die weitere Fahrt nach Essen angehen möchte.

Am nächsten Morgen sitze ich um 8:00 Uhr auf dem Roller, tanke kurz noch mal nach und es geht mit dem Plan los, unterwegs ein Frühstück zu nehmen. Es ist noch recht frisch und ich friere recht schnell auf dem Roller und beschließe, mich in Prüm in einem Café aufzuwärmen. Meine Wahl erweist sich als Volltreffer – ich bekomme ein sehr üppiges Frühstück zum fairen Preis serviert, habe einen schönen Blick auf die imposante Klosterkirche des Ortes und lese mich in Wikipedia ein wenig in die Geschichte von Prüm ein.

Gestärkt und besser temperiert geht es weiter gen Norden. Ich wechsle kurz nach Belgien, finde unterwegs am Wegesrand Reste der alten Panzersperranlagen aus den dunkleren Tagen der Vergangenheit und treffe auf einen zurückgelassenen alten Volvo PV 544 am Wegesrand.

Unterwegs scheint die Sonne nun auch wieder mit mehr Kraft und die Temperaturen steigen auf angenehme 22 Grad. Den Rest der Strecke bummele ich gemütlich durch die Eifel, genieße weiterhin die Fahreindrücke und komme gegen 15:30 Uhr wieder in Essen an.