Sandstrahlkabine optimieren

Wir hatten vor einigen Jahren in der Gemeinschaftshalle eine Sandstrahlkabine gekauft, um Kleinteile schneller und kostengünstiger reinigen und entrosten zu können. Leider blieb die Leistung der Kabine deutlich hinter den Erwartungen zurück. Selbst kleine Teile mussten ewig lang bearbeitet werden, da die Menge an austretendem Strahlgut sehr gering war und damit die Reinigungsleistung entsprechend niedrig ausfiel.

Im Zuge meines Dürkopp-Diana-Projekts sind nun wieder einige Kleinteile zu entlacken – Zeit, sich das Problem noch einmal genauer anzusehen und eine Lösung zu finden. Der Fehler liegt übrigens in der Konstruktion der meisten günstigen Sandstrahlkabinen und kann schnell und kostengünstig behoben werden.

Wer eine günstige oder mittelpreisige Sandstrahlkabine besitzt, kennt das Problem vermutlich:
Die Strahlleistung ist enttäuschend. Obwohl ausreichend Druckluft vorhanden ist, kommt nur wenig Strahlgut aus der Pistole.

Genau dieses Problem hatte ich ebenfalls. Deshalb habe ich zunächst im Internet recherchiert, ob andere Besitzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Dabei bin ich auf zwei YouTube-Videos gestoßen, in denen das Problem der geringen Strahlleistung erklärt und auch direkt eine mögliche Lösung gezeigt wird – sowohl als Kaufteil als auch als einfache DIY-Variante.

Wo das Problem liegt

Die Ursache liegt in der Konstruktion der Strahlgutansaugung.

Bei vielen Strahlkabinen wird das Strahlgut über ein Unterdrucksystem gefördert. Die durch die Strahlpistole strömende Druckluft erzeugt einen Unterdruck, der das Strahlgut über einen Schlauch aus dem Vorratsbehälter ansaugt. Im Behälter steckt dazu meist ein Rohr mit einem parallelen Belüftungsrohr, das das Material in den Luftstrom der Pistole bringt.

Gleichzeitig besitzen fast alle Strahlkabinen eine Absaugung, damit man beim Arbeiten überhaupt noch etwas sehen kann.

Und genau hier entsteht das Problem.

Schließt man einen halbwegs leistungsfähigen Staubsauger oder – wie in meinem Fall – eine starke Absauganlage an die Kabine an, entsteht ein Unterdruck in der Kabine. Dieser wirkt jedoch gegen den Unterdruck der Strahlgutansaugung.

Im Extremfall hebt sich der Effekt sogar teilweise auf.

Das Ergebnis:
Man hat entweder

  • gute Sicht in der Kabine
    oder

  • eine gute Strahlleistung

aber beides gleichzeitig funktioniert selten.

Die einfache Lösung

Die Lösung ist überraschend simpel:
Die Mischung aus Luft und Strahlgut sollte außerhalb der Kabine stattfinden – also bei normalem Umgebungsdruck.

Der leichte Unterdruck in der Kabine unterstützt dann sogar die Ansaugung der Strahlpistole, statt dagegen zu arbeiten.

Benötigte Teile

Für den Umbau werden nur wenige Teile benötigt:

  • ein Strahlgut-Mischer (im Handel erhältlich)

  • ein 1-Zoll-Verbindungsrohr mit beidseitigem Gewinde, ca. 10 cm lang

  • ein Messingschraubring (Baumarkt)

  • ca. 1–2 m Schlauch mit 13 mm Innendurchmesser

  • mehrere Schlauchschellen

Ich habe dafür einen Schlauch verwendet, der eigentlich als Getränkeleitung gedacht ist. Diese Schläuche sind relativ formstabil und halten dem entstehenden Unterdruck gut stand.

Hilfreich ist außerdem ein Stufenbohrer, um ein Loch von etwa 18 mm in die Kabinenwand zu bohren.

Umbau Schritt für Schritt

Zuerst wird in den Ablassdeckel des Strahlgutbehälters ein Loch für das 1-Zoll-Rohr gebohrt.

Der Messingschraubring wird anschließend in zwei Hälften gesägt. Damit lässt sich das Rohr sauber im Deckel befestigen und fixieren.

Auf der Außenseite wird nun der Strahlgut-Mischer auf das Rohr geschraubt.

Anschließend wird der Schlauch montiert. Damit er leichter über die Anschlüsse passt, kann man ihn mit etwas Heißluft leicht erwärmen. Dadurch wird das Material weicher und lässt sich einfacher auf die etwa 15-mm-Anschlüsse des Mischers und später der Strahlpistole schieben.

Nun noch ein Loch in die Kabinenwand bohren, den Schlauch durchführen und auf passende Länge kürzen.

Ist alles angeschlossen, wird die neue Strahlgutzuleitung mit der Strahlpistole verbunden.

Ergebnis

Nach dem Umbau arbeitet die Ansaugung deutlich effizienter, weil die Mischung von Luft und Strahlgut außerhalb der Kabine stattfindet. Die Absaugung beeinträchtigt die Strahlleistung nicht mehr – im Gegenteil, sie unterstützt sie sogar leicht.

Das Ergebnis:
deutlich mehr Strahlleistung bei gleichzeitig guter Sicht in der Kabine.

Und das Ganze mit überschaubarem Aufwand und wenigen Bauteilen.