Bestandsaufnahme an der Dürkopp Diana

Am Freitag letzter Woche ging es los. Die Diana soll wieder sauber laufen, und folgende „Baustellen“ sind nach aktuellem Wissensstand zu bearbeiten:

  • Ersatzgabel zerlegen
  • Verbogenes Beinschild richten – ärgerliche Sache nach dem Strahlen
  • Gasgriff geht sehr schwergängig – vermutlich reinigen und fetten oder den Zug komplett ersetzen
  • Motor zieht Falschluft – Ursache eingrenzen und beheben
  • Vorderrad: unschöne Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten – Ursache eingrenzen und beheben

Punkt eins und zwei dürfte recht leicht zu beheben sein, bei drei bis fünf könnte es schon etwas kniffeliger werden, je nachdem, wo der Fehler zu finden ist.

Ersatzteil: Gabel

Schon vor einiger Zeit habe ich eine gebrauchte Gabel als Ersatzteilspender erworben und angefangen, diese zu zerlegen. Der Zustand ist „durchwachsen“, aber es ist noch einiges zu gebrauchen. Der Kotflügel ist mattschwarz mit einem klebrigen Lack übersprüht – als ich den O-Lack Capri 50 freigelegt habe, bin ich testweise auch an die schwarze Farbe gegangen und habe ein gutes Stück Originallack in der Farbe Diana Blau freilegen können. Das wird mir als Farbmuster für die irgendwann einmal durchzuführende Instandsetzung und Neulackierung des Rollers dienen, wenn ich das Beinschild angehe. Doch dazu später mehr.

Die Teile waren in einem recht unterschiedlich weit fortgeschrittenen Zustand des Verfalls, aber zum Teil auch wirklich noch sehr ordentlich. Nicht zu retten war das Federbein (Bruch), und auch der Dämpfer muss komplett überholt werden, wenn er wieder seine ursprüngliche Funktion sauber verrichten soll.

Besonders „gefreut“ habe ich mich über den Schwingenarm. Das große Aluteil ziert eine sehr voluminöse Schweißnaht, die zwar sauber in der Ausführung aussieht, mein Vertrauen in die zukünftige Haltbarkeit ist da aber doch ein wenig eingeschränkt – kommt in die Tonne.

Zu retten waren die Bremstrommel, Bremsbacken, der Achskörper und die Gabel mit einigen Kleinteilen. Gute, aber nicht ideale Ausbeute.

Beinschild und die Eselsohren

Das Beinschild ist ebenfalls ein Ersatzteil für das in der Diana verbaute und wird wohl nicht sofort zum Einsatz kommen. Es war bereits einmal gestrahlt worden, setzte aber wieder Flugrost an, weshalb ein Sandstrahlbetrieb die Oberfläche nochmals aufbereitet hat. Dabei ist der Mitarbeiter wohl recht grob mit dem recht schweren Teil umgegangen und hat dem oberen Bereich des Beinschilds ein paar unschöne Eselsohren verpasst. Das habe ich beim Abholen leider nicht sofort bemerkt. Kurz geärgert und anschließend mit einem Hammer und dem Holzgriff einer Feile so gerichtet, dass es wieder schön ist.

Auch hier konnte ich ein kleines Stück Originallack unter einer Schraube finden - das Beinschild gehörte demnach zu einer Dürkopp Diana 200 Sport im typischen Rotton des Modells.

Gasgriff gängig machen

Als Nächstes war der Gasgriff dran. Ein Blick in den Lenkkopf sorgte bei mir zunächst für Verwirrung. Wo bei Vespa und Capri ein Gestänge mit einer Zugaufnahme und Zughüllenhalterung zu finden ist, war hier nur der Zug selbst zu sehen, der in Richtung Gasgriff verschwand. Da ich keine Ersatzteilliste mit Explosionszeichnung zur Hand hatte, war mein nächster Schritt zunächst, den Gummigriff vom Gasrohr zu entfernen, was mit etwas Sprühfett zwischen Lenker und Gummi recht gut zu machen ist. Anschließend habe ich den durch eine Schraube gesicherten Rohrstopfen entfernt und konnte so das Gasrohr vom Lenkerrohr abnehmen.

Die zutage tretende Konstruktion ist wirklich sehr schön gemacht: Im geschlitzten Rohr liegt ein Schlitten, der über seine Keilform mit seinem Gegenstück – dem Gasrohr mit ebenfalls innen liegender Keilkonstruktion – den Gaszug mit der Drehbewegung nach außen zieht und so den Kolben im Vergaser öffnet.

Nach dem Säubern und erneuten Fetten der Teile sind die Bedienungskräfte zwar deutlich geringer, so richtig zufrieden bin ich damit aber immer noch nicht, sodass ich den Zug wohl auch komplett ersetzen werde.

Falschluft eingrenzen

Es war nun schon recht spät, sodass ich das Thema Eingrenzen der Falschluft nur kurz angehen konnte.

Der Plan ist, sich durch die einzelnen Komponenten des Gasstroms zu arbeiten, also vom Vergaser zum Zylinder und gegebenenfalls auch zum Motorgehäuse. Da das Auspuffgeräusch ebenfalls für meinen Geschmack recht laut ist, werde ich bei der Gelegenheit auch dort einmal nach dem Rechten sehen.

Dazu habe ich die nötigen Verkleidungsteile wie Vordersitz, Sitzaufnahme und vordere Heckverkleidung abgeschraubt und den Vergaser ausgebaut. Anschließend habe ich die Lüfterhaube entfernt, die an der Vergaseraufnahme und der Lüfterradabdeckung verschraubt ist, und so einen ersten Blick auf den Erhaltungszustand der Vergaserdichtung zum Zylinder sowie des Gegenstücks der Auspuffdichtung werfen können. Auf den ersten Blick soweit unauffällig, jedoch werde ich die Dichtungen in jedem Fall ersetzen.

Das war es dann für den Abend – und ab nach Hause.